Dorfabend 2017

Buntes Programm bei den Alfster Heimatfrünn

 

Dorfabend und plattdeutscher Nachmittag sehr gut besucht

 

Alfstedt (uml). Für die meisten Alfstedter gehört der Dorfabend und der plattdeutsche Nachmittag der Alfster Heimatfrünn zum Höhepunkt des Terminkalenders im Herbst dazu. So auch in diesem Jahr, als beide Veranstaltungen zur Freude des Vorsitzenden, Johann Müller und seinem Team, wieder sehr gut angenommen worden sind. Musikalisch sorgten der Projektchor „CHORoNA“ und der Männergesangsverein für die perfekte Unterhaltung.

 

 Großen Beifall erhielten die kleinen Nachwuchsschauspieler, die sich teilweise das erste Mal auf die Bühne trauten. Hier hatten sich Meta Brokering, Irene Wussow, Korinna Mangels, Elfriede Bösch, Birgit Klindworth und Lisa Schlichting in den letzten Wochen um die 18 Kinder aus Alfstedt, Ebersdorf und Großenhain gekümmert, und mit ihnen kleine Sketche eingeübt.

 

Margret Neumann hatte sich wie in den vergangenen Jahren wieder einem Thema  angenommen, über das sie einiges in ihrem humorvollen Platt erzählen wollte. In diesem  Jahr sollte es um den Sommer gehen – aber als der da war, habe sie wohl gerade ein Mittagsschläfchen gehalten, verriet die Alfstedterin schmunzelnd. Da das geplante Sommerfest kurzerhand in ein „Pullover - Mützen- Rum Grog – Punsch - Abend“ abgeändert wurde, haben die Freunde von Margret Neumann trotzdem einen heißen Abend erlebt. Die Kinder der 4. Klasse der Grundschule Ebersdorf/Alfstedt hatten sich ebenfalls ordentlich Mühe gegeben und das Stück „Vor Gespenster habe ich keine Angst“ aufgeführt, das mit viel Applaus belohnt wurde.

 

Im obligatorischen Interview ging es um den „Arbeitskreis gemeinsames Wohnen Alfstedt“, der sich der Bevölkerungsentwicklung auch im ländlichen Bereich annimmt.

 

Hier informierte Werner Hadeler über den Stand der Dinge.

 

 

Der krönende Abschluss war das plattdeutsche Theaterstück „Buur Harms het Heimweh“ von Harald Ricklefs. Hier hatten Diana Witte und Susanne Busch-Föllmer mit den sechs Jugendlichen Niklas Holz, Lara Neumann, Friedericke Duwald, Alicia Gabriel, Katharina Hinck und Kira Mangels in den Herbstferien den humorvollen Einackter einstudiert. Die Tücken eines Campingurlaubes mitsamt Mücken, Löchern in der Luftmatratze und keine frischen Brötchen lernte der heimwehgeplagte Buur Harms kennen. Dank seiner List mit den beiden jungen, gutaussehenden und vor allem weiblichen Campinggästen sorgte seine Frau für einen baldigen Urlaubsabbruch.

DORFABEND 2016

Musik, Sketche und vieles mehr

 

 

 

Alfstdt (uml).  Der Saal im Heimathaus war bis auf den letzten Platz gefüllt, als der Vorsitzende der Alfster Heimatfrünn, Johann Müller, wie gewohnt auf Plattdeutsch seine Gäste begrüßte. Zum Auftakt bot der gemischte Alfstedter Chor „CHORoNa“ unter der bewährten Leitung von Cordula Wintjen ein paar Stücke aus seinem umfangreichen Repertoire.

 

Die 4. Klasse der Grundschule Ebersdorf/Alfstedt führte das Theaterstück „Die Prinzessin auf der Erbse“ auf. Der Königsohn, Prinz Wendolin (Jasper Vestergaard/Aflstedt) sollte nach den Willen des Königs (Cassidy Evers/Ebersdorf) und der Königin (Aennie Lührs/Ebersdorf) endlich unter die Haube kommen und heiraten. Die Auswahl an Anwärterinnen reichte von Schreckschrauben, über Gurkennasengesichtern bis hin zu undamenhaften Segelohrkandidatinnen. Fast schon die Hoffnung aufgebend, gewährte das Adelsgeschlecht der angeblichen Prinzessin Elvira (Greta Stelling/Alfstedt) bei Sturm und Regen Unterschlupf und man bereitete ihr ein Nachtlager mit einer kleinen Überraschung. Nachdem die Prinzessin wegen besagter Überraschung – eine Erbse unter den ganzen Matratzen – nicht schlafen konnte, war man von ihrer Echtheit überzeugt und von ihrer Anmut hingerissen und mit überzeugendem Kniefall wurde der Heiratsantrag ausgesprochen. Die Lehrerin Jennifer Furche schaffte es mit vielen kleinen Hilfsmitteln die ganzen Kinder der Klasse in das Stück einzubeziehen und  auch die humorvollen Aspekte kamen nicht zu kurz, so dass die Nachwuchsschauspielerinnen mit viel Applaus belohnt wurden.

 

Im anschließenden Fotojahresrückblick ließen das Organisationsteam rund um Ingrid Müller, Inke Neumann und Eileen und Anke Rietzke die vergangenen 12 Monate bildlich und musikalisch Revue passieren. Beiträge von den Alfstedter Vereinen, dem „lebendigen Adventskalender“, Sommerfest, Ferienprogramm, Konzerte, Hochzeiten, Geburten aber auch eine Erinnerung an die verstorbenen Alfstedter fanden hier einen Platz.  Sehr großen Beifall erhielt der mit der Titelmusik von „Spiel mir das Lied vom Tod“ untermalte Beitrag zu „Der Tag als die Stille kam“ – gemeint war die ironische Filmstrecke zur Sperrung der B495.

 

Auch die humorvollen Redewendungen zum Thema „Platt is cool“ erhielten, wie der ganze etwa 30 Minuten dauernde Jahresrückblick, sehr großen Beifall.

 

Traditionell führt Vorsitzender Müller ein Interview auf Plattdeutsch, in diesem Jahr konnte er den alten und neuen Bürgermeister Heinz Buck auf der Bühne begrüßen.  Nach Klaus Cordes hat Buck inzwischen die zweitlängste Amtszeit von 20 Jahren inne und freut sich auf die nächsten fünf Jahre. „Ich habe keine Ambitionen die von Klaus Cordes gesetzte legendäre Marke von 34 Jahren zu knacken, man solle aufhören, solange man den Job gut macht und man nicht von den Wählern von Amt enthoben wird“, sagte Buck schmunzelnd. Auf die Nachfrage nach den Auswirkungen der über neun Monate dauernden Brückensperrung, konnte Buck bestätigen, das noch nicht alle Spätfolgen beseitig sind und man wohl auf einigen Arbeiten und Kosten sitzen bleiben wird. Positiv sei hingegen die Entwicklung in Punkto Baugebieten, hier gäbe es die sogenannte Osterweiterung, wo die Baustraße schon fertig sei. Der Knackpunkt „fehlende Einleitgenehmigung“ würde hoffentlich bald geregelt sein, ansonsten wäre die Variante Auffangbehälter parat, versprach der Bürgermeister. Ab Januar sollten die Bauplätze wohl in den Verkauf gehen. Im Rahmen der Dorferneuerung stehe die Sanierung des Heimatsaals auf dem Programm, hier soll auch eine sogenannte Ringschleife für Hörgeschädigte mit in Betracht genommen werden. In Punkto Erhalt des Friedhofes  mit moderaten Preisen sei man im Moment in Gesprächen um den neuen Entwicklungen Richtung  Urnen, anonymen oder halbanonymen Beerdigungen nachzukommen.

 

In Alfstedt leben im Moment 867 Einwohner und das Verhältnis „Männlein / Weiblein“ sei sehr gut ausgeglichen, meinte Buck schmunzelnd, zudem gäbe man zurzeit zwei Flüchtlingsfamilien ein Zuhause. Müller bedankte sich im Namen aller bei Heinz Buck für 20 Jahre hervorragende Arbeit und wünscht auch für die nächsten fünf Jahre alles Gute.

 

Den krönenden Abschluss bildete der plattdeutsche Einackter „Nelli, nich al wedder“ von Maja Gmür und Jan Harrjes. Das Ehepaar Hans (Niklas Holz / Alfstedt) und Dora Keller (Kira Manels /Ebersdorf) beschäftigen seit kurzen ein neues, leider nicht sehr talentiertes Hausmädchen. Nelli (Friederike Duwald /Alfstedt) ist nicht nur tüttelig, sondern auch noch tollpatschig, hat aber bei dem Ehepaar ein Stein im Brett und darf daher weiterhin mehr schlecht als recht ihrer Arbeit nachgehen. Tochter Karin Keller (Lara Neumann /Alfstedt) hat die nicht vorhandenen haushälterischen Fähigkeiten von Nelli schnell durchschaut und versucht die Eltern zu einer neuen Hilfe zu überreden. Ein Anruf der ehemaligen Freundin des Hauses, Erika (Alicia Gabriel /Ebersdorf) scheint Rettung in letzter Minute zu bringen – oder bringt es doch eher das Unerwartete an den Tag? Mit sehr viel Liebe zum Detail und guter Vorarbeit haben die beiden Regisseurinnen Susanne Busch-Föllmer und Diana Witte das Stück mit den Schauspielern eingeübt und man merkte nicht, das es für die meisten eine Premiere auf der Bühne war. Das Stück „Nelli, nich all wedder“ wird auch beim Ebersdorfer Dorfabend am kommenden Samstag aufgeführt. Die Maske oblag den bewährten Händen von Annemiek Kortwijk.

 

Als Anregung für ein Weihnachtsgeschenk erinnerte Johann Müller noch einmal an die anstehende Lesung von und mit Matthias Stührwoldt am 11. März. Karten sind bereits bei den Alfster Heimatfrünn zu bekommen.

 

Dorfabend 2015

 

 

Dorfabend in Alfstedt

 

Plattdeutsches Theater, Alfstedt in Bildern, Musik und mehr

 

 

 

Alfstedt. Ein Wochenende im Jahr präsentieren die Alster Heimatfrünn im Gemeindesaal am gut besuchten Dorfabend sowie am plattdeutschen Nachmittag ein bunt gemischtes Programm. Musik, Politik, Theater, Witz und Rückblick – alles war dabei.

 

Vorsitzender der Heimatfrünn, Johann Müller, begrüßte die zahlreichen Gäste und bedankte sich bei den ehrenamtlichen Helfern für die tatkräftige Unterstützung in den letzten Wochen und Monaten. Musikalisch sorgte der gemischte Chor CHORoNA unter der Leitung von Cordula Wintjen für den perfekten Einstieg in ein abwechslungsreiches Programm. Die Schüler der 4. Klasse präsentierten „Die zehn besten Ausreden“, die sie zusammen mit der Lehrerin Katharina Meyer einstudiert haben. Hier konnte man die unmöglichsten Ausreden für vergessene Hausaufgaben erfahren, vom erkälteten Füller über eine Entführung durch Außerirdische und Sparmaßnahmen war alles dabei und sorgte für die ersten Lacher im Publikum. Der neue Schulleiter der Grundschule Ebersdorf – Alfstedt, Norman Maurer, verfolgte diese Aufführung aufmerksam und wird sicherlich nicht auf eine der genannten Ausreden in seiner Schule hereinfallen.

 

Der mit Spannung erwartete Dorffilm, erstellt von Anke und Eileen Rietzke, Inke Neumann und Ingrid Müller, ließ das Jahr in Bildern Revue passieren. Von Herbstwanderungen, dem letzten Dorfabend, der Bücherausstellung in der Grundschule, Versammlungen, Impressionen aus den Vereinen bis hin zu Wolfssichtungen, Trauerfällen, Geburten, Hochzeiten und Ehe-Jubiläen war  es ein sehr ansprechender, teils lustiger und mit passender Musik untermalter Film.

 

Der Interview-Partner des Jahres war der stellvertretende Bürgermeister Klaus Mangels. Johann Müller freute sich, seinen ehemaligen Klassenkameraden als ehrenamtliches Mitglied im Gemeinderat (seit 1991), Samtgemeinderat (seit 1996) sowie seit 2006 des Kreistages auf der Bühne begrüßen zu dürfen. Zudem arbeitet Mangels in sieben verschiedenen Ausschüssen auf Kreistagsebene mit, ist CDU Chef der Samtgemeinde Geestequelle, zweiter Vorsitzender der Kirchenstiftung sowie Vorsitzender des örtlichen Angelvereins. Ein enormes Pensum, das man nur schaffen kann, wenn der Arbeitgeber dieses Engagement unterstützt, erklärt Mangels und berichtet von der aktuellen Flüchtlingssituation im Ort, dem Werdegang der Kläranlage und der zu erwartenden Entwicklung am Gymnasium Bremervörde.

 

Höhepunkt des Abends war der plattdeutsche Einakter „De Kummerkasten“ von Erhard Asmus. Oma Lüth (Alicia Gabriel) und Opa Lüth (Colin Senger) sind in die Jahre gekommen, kinderlos, arm, allein und ziemlich traurig. Als Oma Lüth ihrer Schwester von ihren Sorgen berichten möchte, wirft Opa Lüth die Postkarte nicht in den Briefkasten, sondern ausversehen in den Kummerkasten.  Dieser Kummerkasten wird von den örtlichen Halbstarken gelehrt, die sich dann auch den Sorgen und Nöten der Bevölkerung annimmt. Ein Besuch selbiger bei Oma und Opa Lüth löst erst Ängste bei dem Ehepaar aus, denn sie wissen nicht, was die jungen Leute auf einmal in ihrer Wohnung wollen. Karin,  Anführerin der Halbstarken, (Annemiek Kortwijk) organisiert schnell den Hausputz, Brennholz, Kaffee und Kuchen. Das Halbstarken-Team Gesa (Anna Lafrenz), Antje (Leah Senger), Peter (Luca Müller) und Jochen (Tom Müller) zeigen Engagement und Einsatzbereitschaft und bringen das Haus auf Vordermann.

 

Nebenbei bringen sie auch noch Möchtegern Rocker Gerd Putzle (Timo Schilling) auf den Boden der Tatsachen zurück und zeigen der arroganten und überheblichen Nachbarin Frau Putzle (Wanja Popp) das es auch noch Nächstenliebe im Ort gibt. Ein überzeugend gespieltes Theaterstück, das die 15 bis 18jährigen in den Wochen und Monaten nach den Sommerferien eifrig mit Susanne Busch-Föllmer und Diana Witte einstudiert haben. Hier zeigt sich deutlich, dass in Alfstedt und besonders bei den Alster Heimatfrünn viel Wert auf den Erhalt der plattdeutschen Sprache und des  Theaterspielens gelegt wird.